Ripple-CEO sagt, dass die US-Kryptoregeln kurz vor einer entscheidenden Prüfung stehen
cryptonewsRipple-CEO Brad Garlinghouse sagte am 22. August, dass die USA nach einer Woche regulatorischer Treffen in Washington „näher denn je“ an der Festlegung klarer Kryptowährungsregeln seien.
Garlinghouse äußerte sich nach der Teilnahme an der konstituierenden Sitzung des Innovationsbeirats der Commodity Futures Trading Commission am 20. August. Seine Aussage spiegelt seine persönliche Meinung wider und stellt keine endgültige Änderung des Bundesgesetzes dar. Der Kongress hat die von Ripple und anderen Krypto-Unternehmen geforderte umfassende Marktstrukturreform noch nicht verabschiedet.
Ripple-CEO beteiligt sich an den CFTC-Richtliniengesprächen.
Garlinghouse sagte, die Teilnehmer des Ausschusses seien sich einig, dass die für einen früheren Zeitraum verfassten Finanzregeln digitalen Vermögenswerten und anderen aufkommenden Technologien nicht mehr ausreichend gerecht werden.
„Regeln, die für eine andere Ära geschrieben wurden, reichen nicht aus. Nicht für die Verbraucher. Nicht für die Wirtschaft. Nicht für Innovationen“, schrieb Garlinghouse auf X.
Die CFTC ernannte Garlinghouse im Februar zum Mitglied des Komitees. Weitere Mitglieder sind Coinbase-CEO Brian Armstrong, Uniswap-Labs-CEO Hayden Adams, CME-Group-CEO Terry Duffy, Nasdaq-CEO Adena Friedman und Cboe-Global-Markets-CEO Craig Donohue.
Der Ausschuss berät die CFTC in Technologie-, Finanz-, Rechts- und Politikfragen. Er kann weder Gesetze erlassen noch eigenständig Verordnungen herausgeben. Seine Empfehlungen können jedoch künftige Vorschläge der Behörde und deren Durchsetzungspolitik beeinflussen.
Die Regulierungsbehörden haben ihre Haltung gegenüber Kryptowährungen bereits geändert.
Garlinghouses Optimismus spiegelt zum Teil eine gemeinsame Auslegung wider, die im März von der Securities and Exchange Commission und der CFTC veröffentlicht wurde.
Die SEC hat fünf Kategorien für digitale Rohstoffe, digitale Sammlerstücke, digitale Werkzeuge, Stablecoins und digitale Wertpapiere festgelegt. Sie befasste sich außerdem mit Airdrops, Mining, Staking, Token Wrapping und den Umständen, unter denen ein Nicht-Wertpapier-Token Bestandteil eines Anlagevertrags sein kann.
Die Auslegung trat am 23. März in Kraft. Es handelt sich jedoch um eine behördliche Richtlinie und nicht um einen Beschluss des Kongresses. Gerichte sind nicht verpflichtet, ihr zu folgen, und zukünftige Regulierungsbehörden könnten sie überarbeiten oder zurückziehen.
SEC-Vorsitzender Paul Atkins bezeichnete die Auslegung als Anfang und nicht als Ende der Arbeit der Behörden. Diese Unterscheidung schränkt Garlinghouses Behauptung ein, die Zuständigkeiten seien „näher denn je“: Die Regulierungsbehörden haben zwar detailliertere Leitlinien bereitgestellt, doch nur der Kongress kann eine dauerhafte gesetzliche Trennung der Zuständigkeiten von SEC und CFTC festlegen.
Der CLARITY Act steht vor einer Senatsprüfung mit 60 Stimmen Mehrheit.
Die wichtigste legislative Prüfung ist für den 15. September angesetzt, wenn der Senat voraussichtlich über die Beendigung der Debatte zum Antrag auf Weiterbehandlung des Digital Asset Market Clarity Act abstimmen wird.
Für die Verfahrensabstimmung wären 60 Senatoren erforderlich. Sie würde dem Senat ermöglichen, mit der Beratung des Gesetzesentwurfs zu beginnen, nicht aber dessen endgültige Verabschiedung zu beschließen. Selbst nach Beendigung der Debatte stünden dem Gesetzentwurf weitere Debatten, Änderungsanträge und Abstimmungen bevor.
Das Gesetz steht am 15. September vor einer Verfahrensprüfung, nachdem es den Abgeordneten nicht gelungen war, vor ihrer Augustpause ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden.
Zu den noch offenen Streitpunkten gehören Stablecoin-Belohnungen, der Schutz dezentraler Finanzdienstleistungen, Ethikbestimmungen, die Bekämpfung illegaler Finanzströme und Verbraucherschutz. Diese Probleme machen die Verabschiedung des Gesetzes trotz der Unterstützung durch Ripple und andere Unternehmen der Branche ungewiss.
Ripples Gerichtssieg hob die Strafe nicht auf.
Garlinghouse bezog sich auch auf Ripples Rechtsstreit mit der SEC und das Urteil von 2023, wonach XRP selbst nicht zwangsläufig ein Wertpapier sei. Das Urteil unterschied zwischen dem Token und den Umständen bestimmter Verkäufe.
Ripples Rechtsstreit endete dennoch mit einer Zivilstrafe in Höhe von 125,04 Millionen US-Dollar und einer Unterlassungsverfügung, die künftige Verstöße gegen die Wertpapierregistrierungspflichten abdeckt. Die SEC und Ripple zogen ihre jeweiligen Berufungen im Jahr 2025 zurück, sodass das endgültige Urteil laut SEC weiterhin in Kraft bleibt.
Garlinghouses Aussage, das Gericht habe „Klarheit für XRP geschaffen“, bedarf daher einer Kontextualisierung. Das Urteil bezog sich auf die dem Gericht vorliegenden Transaktionen. Es schuf keinen landesweiten Rechtsrahmen, der jeden zukünftigen XRP-Verkauf regelt.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Abstimmung über die Beendigung der Debatte am 15. September. Sollten nicht 60 Stimmen erreicht werden, blieben die Richtlinien der SEC und der CFTC der wichtigste bundesweite Rahmen, während die Abgeordneten entscheiden, ob die Verhandlungen nach den Zwischenwahlen wieder aufgenommen werden.
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