Widerstand gegen Rechenzentren wächst in den USA – Bessent kritisiert Cloud-Giganten
wallstreetcnUS-Finanzminister Bessent hat die Tech-Giganten öffentlich „namentlich kritisiert“: Während die KI-Infrastruktur rasant ausgebaut wird, schenkten diese Unternehmen der öffentlichen Meinung in den Gemeinden kein Gehör und erhielten in Sachen Öffentlichkeitsarbeit nur die Note D-. Der Bau von Rechenzentren treibe Strompreise und Speicherkosten in die Höhe, und die Welle des Widerstands in den Gemeinden nehme weiter zu. Bessents Kritik an den Hyperscalern (Hyperscale-Cloud-Anbietern) hat sich von der Schuldenstruktur auf die Kommunikationsstrategie ausgeweitet, und der politische Druck der Trump-Regierung auf die KI-Tech-Giganten könnte sich verschärfen.
US-Finanzminister Bessent hat die Tech-Giganten öffentlich scharf kritisiert und ihnen vorgeworfen, es während des massiven Ausbaus der Infrastruktur für künstliche Intelligenz versäumt zu haben, die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen, was die landesweite Widerstandswelle gegen den Bau von Rechenzentren noch verstärkt habe.
Laut einem Bericht von Bloomberg sagte Bessent am Mittwoch bei einer Veranstaltung des Economic Club of Charlotte in North Carolina offen, die KI-Branche sei „extrem schlecht, extrem schlecht darin, sich selbst zu erklären“. Er erklärte, die KI-Branche trage gemeinsam mit der Regierung die Verantwortung, der amerikanischen Öffentlichkeit den konkreten Nutzen dieser Technologie in Bezug auf Anwendungsszenarien, nationale Sicherheit und Lebensqualität zu verdeutlichen. Sein Zeugnis für diese Unternehmen fiel wenig schmeichelhaft aus: „Ich bin für strenge Benotung bekannt, aber selbst bei einer großzügigen Bewertung würde ich ihnen nur ein D- geben.“
Der Bauboom bei Rechenzentren treibt eine Reihe von Verbraucherpreisen in die Höhe, von Stromkosten bis hin zu High-Bandwidth-Memory (HBM), und sorgt auf Gemeindeebene für breite Unzufriedenheit. Bessents Äußerungen sind eine weitere öffentliche Warnung der Trump-Regierung an die Hyperscaler und spiegeln den wachsenden politischen und gesellschaftlichen Druck wider, der sich aus dem KI-Investitionsboom ergibt.
Widerstand in der Bevölkerung: Kostenbelastung durch Rechenzentren entfacht Konflikte in den Gemeinden
Mit der Beschleunigung der Investitionen in die KI-Infrastruktur werden die Auswirkungen des Rechenzentrumsbaus auf die umliegenden Gemeinden immer deutlicher. Bessent wies darauf hin, dass die KI-Ausgaben – insbesondere der Bau von Rechenzentren – bereits mehrere Kosten in die Höhe getrieben hätten, darunter Versorgungsgebühren und High-Bandwidth-Memory (HBM), der in Unterhaltungselektronik verwendet wird, und so einen realen Inflationsdruck erzeugten.
Angesichts der wachsenden öffentlichen Ablehnung erwähnte Bessent, dass bereits einige „externe Stimmen“, die Rechenzentren unterstützen, aktiv geworden seien und eine „neue Informationsgruppe für Rechenzentren“ gegründet hätten, die der öffentlichen Ablehnung entgegenwirken solle. Er betonte, der Bau von Rechenzentren sei ein „innovatives Bauprojekt“ und könne für Bauarbeiter „ein sehr langer Konjunkturzyklus“ sein, womit er andeutete, dass die Branche Beschäftigung und wirtschaftlichen Nutzen als Ansatzpunkt hätte nutzen können, um die öffentliche Meinung für sich zu gewinnen.
Bessent ist jedoch der Ansicht, dass die betreffenden Unternehmen bis heute „den Gemeinden und Interessengruppen kein Gehör schenken“ und es versäumt hätten, proaktiv Kommunikation und Vertrauen aufzubauen.
Bessents anhaltender Druck auf Hyperscaler
Trotz der scharfen Kritik hat Bessent sein langfristiges Werturteil über KI-Investitionen nicht geändert. Er bekräftigte, die USA stünden dank der KI-Investitionen an einem „Wendepunkt“ für einen bedeutenden Produktivitätsschub. Am Dienstag hatte er prognostiziert, die Welle der KI-Investitionsausgaben werde sich letztlich als „äußerst inflationsdämpfend“ erweisen, und erklärt: „Ich vermute, dass wir in den nächsten sechs Monaten die ersten Ergebnisse dieser Investitionen sehen werden.“
Diese öffentliche Kritik ist nicht das erste Mal, dass Bessent die Tech-Giganten attackiert. Bereits im vergangenen Monat hatte er die Anleiheemissionsstrategie der Hyperscaler kritisiert und bemängelt, dass diese Unternehmen Anleihen an der falschen Stelle der Renditekurve begeben würden. Er sagte damals: „Wenn ich CFO wäre, würde ich erwägen, mehr sogenannte ‚Bauch-Anleihen‘ (mittlere Laufzeiten) zu begeben, also fünfjährige Wertpapiere.“
Marktbeobachter weisen darauf hin, dass die Emission von Unternehmensanleihen einer der Faktoren ist, die die Renditen von US-Staatsanleihen in die Höhe treiben, was wiederum die Hypothekenzinsen hoch hält. Anfang August dieses Jahres hat die Google-Muttergesellschaft Alphabet Inc. eine Anleiheemission im Volumen von 25 Milliarden US-Dollar mit Laufzeiten von 2 bis 40 Jahren abgeschlossen.
Von der Schuldenstruktur bis zur PR-Strategie weitet sich Bessents Kritik an den Hyperscalern kontinuierlich aus und zeigt die Absicht der Trump-Regierung, vor dem Hintergrund des rasanten Ausbaus der KI-Infrastruktur breiteren politischen Druck auf die Technologiebranche auszuüben.
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